Zurück
Lernen im Alltag: Das 4. und 5. Jahr

Das Vorschulkind füllt seinen Rucksack mit Neugier und Interesse

Veröffentlicht am von AJB

Seit Urzeiten spielen Kinder mit Gegenständen, die sie in ihrer nächsten Umgebung finden, denn ab Geburt suchen sie nach Lernmöglichkeiten in ihrer Umgebung. Auch wenn diese Lernmöglichkeiten unscheinbar scheinen mögen, sind sie wertvolle Schätze des Alltags. In Ihrer Wohnung und in der Natur sind viele solcher Schätze zu finden. Geben Sie Ihrem Kind Zugang dazu! So kann es sich optimal entwickeln, sein Potenzial ausschöpfen und es lernt fürs Leben. In einer vierteiligen Serie zeigen wir einige Möglichkeiten auf und geben Ideen, wie und wo man Kindern verschiedener Altersstufen solche Lern-Umfelder schaffen kann.

Lassen Sie sich auf die gemeinsame Schatzsuche in Ihrer Wohnung und Ihrer Wohnumgebung ein!


Lernen im Alltag – Teil 1     Lernen im Alltag – Teil 2     Lernen im Alltag – Teil 4

Ihr Kind wird auf der Entdeckungsreise nun öfter von Kindern im gleichen Alter begleitet und es ist am Zusammenspiel mit anderen interessiert. Beim Spielen mit Gleichaltrigen lernt es zu kooperieren, zu teilen, sich durchzusetzen und es lernt die Bedürfnisse und Gefühle von anderen Kindern kennen.

Mit seinem Körper und mit seiner Sprache kann es nun gezielter umgehen. So kann es hüpfen, auf den Zehenspitzen gehen, beim Treppen gehen einen Fuss pro Stufe nutzen und vieles wird mit Sprache unterstützt. Das Kind zeigt Freude und Interesse am Zeichnen. Aus dem Gekritzel werden nun Kreise oder entstehen die ersten Kopffüssler.

Durch Gespräche, das Spielen mit anderen Kindern und gemeinsames Tun gewinnt Ihr Kind auf seiner Entdeckungsreise durch die Welt an Sicherheit und Selbstwertgefühl und sein Selbstvertrauen wächst. Ihr Kind packt so wichtige Eigenschaften in seinen Rucksack für den bald anstehenden Kindergarteneintritt.

kjz-Ratgeber: Spielen ist wichtig: Für einen guten Start ins Leben gehört das Spielen von Anfang an dazu. Sie fördern Ihr Kind optimal, indem Sie es spielen lassen. Dabei können Sie es unterstützen.

 

 

Hier einige Beispiele, wie Sie als Eltern Ihr Kind für diesen den grossen Schritt und fürs Leben stärken können:

Küche

  • Wohin gehört dieser Deckel? Das Kind übt beim Öffnen und Schliessen von Deckeln seine motorischen Fähigkeiten. Sammeln Sie leere PET-Flaschen, Cremedosen, Tupperware … und lassen Sie Ihr Kind daraus ein Spiel machen, zuordnen, öffnen und schliessen. Das macht Spass!
  • Darf ich helfen? Lassen Sie Ihr Kind das Besteck aus dem Geschirrspüler nehmen und in der Besteckschublade einsortieren.
  • Was gibt’s zum Zvieri? Schneiden Sie gemeinsam mit dem Kind einen Fruchtsalat. Warum ist es beim Apfel schneiden anstrengender als bei Bananen schneiden? Besprechen sie mit dem Kind Unterschiede und suchen sie Gründe.

Balkon

  • Was müssen wir machen, dass uns die Wäsche auf dem Balkon nicht davonweht? Zeigen Sie Ihrem Kind, wie Wäsche mit Wäscheklammern aufgehängt wird. Lassen Sie Ihr Kind dies selber tun.
  • Sprossen schmecken lecker im Salat und auf dem Brot. Setzen Sie mit Ihrem Kind zum Beispiel Kresse. Übergeben Sie Ihrem Kind die Verantwortung fürs Giessen und Schneiden.

Gang – Garderobe

  • Ab nach draussen! Planen Sie genug Zeit ein, damit Ihr Kind sich selber anziehen kann. Zeigen Sie ihm, wie Knöpfe und Reissverschlüsse geschlossen und geöffnet werden, auf was man beim Schuhe anziehen achten muss.
  • Es regnet. Nützen Sie den Gang als Kegelanlage. Befüllen Sie PET-Flaschen mit Wasser oder Sand. Schliessen sie die Deckel gut. Wer kann mit dem Ball die Flaschen umwerfen? Wie viele Flaschen stehen noch?

Kinderzimmer

  • Welche Farben und Formen haben die Legosteine, Autos, Ritter, Puppenkleider …? Sortieren Sie mit Ihrem Kind die Spielsachen nach Farben und Formen. Lassen Sie Ihr Kind Reihenfolgen damit legen. Ein roter Legostein, ein Auto, eine gelbe Wäscheklammer …
  • So wird aufräumen spannend. Lass uns zuerst alle blauen Klötze in die Kisten legen. Hast du oder ich mehr Klötze in der Hand? Welche Klötze legst du nun in die Kiste? Ich lege die grünen hinein.

«Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht» besagt ein Sprichwort. Übersetzt heisst das wohl in etwa: Ihr Kind entwickelt sich wunderbar, ohne dass Sie ihm irgendwelche speziellen Fördermassnahmen zukommen lassen müssten. Ermöglichen Sie Ihrem Kind einfach viele Erfahrungen, an denen es wachsen und für dich es sich begeistern kann – dann entwickelt es sich prächtig.


kinder-4.ch: Kurzfilme über frühkindliches Lernen im Alltag

Gesundheitsförderung Schweiz: Bewegungstipps für Kinder und Eltern

parentu: Die App für informierte Eltern


 

Kategorien

Lernen im Alltag - Eine Serie über Kinder und wie sie im Alltag spielen und lernen