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Die kjz-Sprechstunde

«Seit unser Sohn wieder in die Schule muss, haben wir noch mehr Diskussionen.»

Veröffentlicht am von AJB

Mütter und Väter wissen am besten, was gut ist für ihr Kind. Doch ab und zu ist sogar die grösste Elternliebe froh um etwas professionelle Unterstützung. Bei allen Fragen rund um Familie und Erziehung weiss das Experten-Team unserer kjz-Sprechstunde Rat – kompetent, anonym und unkompliziert. Was immer Sie bewegt – wir sind für Sie da!


Liebes kjz, seit unser 14-jähriger Sohn wieder zur Schule muss, haben wir noch mehr Diskussionen als zuvor. Wie gehen wir damit um, dass er nun darauf besteht „nach draussen“ zu gehen und sich mit Kollegen zu treffen?
Familie F. aus Winterthur

Liebe Familie F.

Es ist sehr gut nachvollziehbar, dass gerade auch Jugendliche unter den Einschränkungen leiden. Das Zusammensein und der Austausch mit Gleichaltrigen sind für sie von grösster Bedeutung und der Verzicht darauf trifft sie umso härter; sowohl aus Sicht der Jugendlichen, aber auch aus entwicklungspsychologischer Sicht. All die Möglichkeiten von sozialen Medien haben zwar noch nie in dieser Vielfalt existiert, und doch ersetzen sie die persönlichen Kontakte nicht.

Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Sohn und versichern Sie sich, dass er die Distanz- und Hygieneregeln kennt und bereit ist, diese auch einzuhalten. Besprechen Sie mit ihm die Folgen des Coronavirus für die Gesellschaft, die Entscheidungen zur Schulöffnung und damit auch für ihn. Denn je mehr er den Sinn hinter den Regeln wirklich versteht, desto eher wird er sie einhalten. Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn er sich in einer kleinen Gruppe von maximal fünf Personen trifft und sich mit ihnen in einem Abstand von mindestens zwei Metern aufhält. Vorzugsweise sollten sie sich nicht an öffentlichen Plätzen aufhalten, sondern Rückzugsplätze suchen, die von wenigen Personen besucht werden. So wird die Gefahr der Ansteckung nochmals verringert. Vielleicht können Sie ihn auch ermuntern, sich vorwiegend in einer gleichbleibenden Gruppe zu bewegen und deren Zusammensetzung nicht allzu oft zu wechseln, das bietet ebenfalls einen erhöhten Schutz vor einer Infektion.

Erklären Sie ihm, dass die aktuelle Situation für alle neu und eine schrittweise Rückkehr in den Alltag nötig ist, um die Auswirkungen auszutesten. Es hilft, wenn Ihr Sohn merkt, dass Sie sein Unverständnis nachvollziehen können.

Bleiben Sie auf jeden Fall im Gespräch mit Ihrem Sohn und suchen Sie gemeinsam nach guten, vertretbaren Lösungen, die ihm Freiräume geben, Ihnen aber auch die Sicherheit, dass er sich an gewisse Regeln hält.

Herzlich, Erica Rusch (Erziehungsberaterin) und das kjz-Team


Haben Sie eine Frage zur Erziehung, zum Zusammenleben in der aktuellen Situation oder ganz allgemein zum Familienleben? Das kjz-Team beantwortet regelmässig Fragen in der «kjz-Sprechstunde». Schicken Sie Ihr Anliegen an ajb@fuerslebengut.ch

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