kjz-Sprechstunde

«Wie finden unsere Kinder nach den Ferien in den normalen Schlafrhythmus zurück?»

Mütter und Väter wissen am besten, was gut ist für ihr Kind. Doch ab und zu sind wir auch bei gröss­ter Eltern­liebe froh um etwas profes­sio­nelle Unter­stüt­zung. Bei allen Fragen rund um Familie und Erzie­hung weiss das Exper­ten-Team unserer kjz-Sprech­stunde Rat. Kompe­tent, anonym und unkom­pli­ziert. Was immer Sie bewegt – wir sind für Sie da!


Liebes kjz
Unsere beiden Kinder (9 und 11) dürfen während der Ferien länger aufblei­ben. Nach den Ferien haben sie jeweils Mühe, sich wieder an die norma­len Schlaf­zei­ten zu gewöh­nen. Haben Sie eine Idee, wie sie sich nach den bevor­ste­hen­den Weih­nachts­fe­rien wieder an den norma­len Schlaf­rhyth­mus gewöh­nen?
P. K.

Liebe Familie K.

Ausschla­fen, wie schön! Während die Schul­kin­der jeweils schnell im Feri­en­rhyth­mus sind, träumen die Eltern von einem ebenso schnel­len Einfä­deln zurück in den Alltag. Nur: Zurück­dre­hen lässt sich die innere Uhr manch­mal nicht so rasch.

Jenen Kindern, die gebo­rene «Eulen» sind, fällt der Schul­start oft schwer. Denn bei ihnen dauert es länger, bis sich der Schlaf­rhyth­mus nach den Ferien wieder einpen­delt. Als Eulen werden die Nacht­men­schen unter uns bezeich­net: Ihre innere Uhr ist so einge­stellt, dass sie abends später ins Bett gehen und am Morgen später aufste­hen – ganz anders als bei den Menschen, die früh aufste­hen, den soge­nann­ten Lerchen.

Ab und zu kürzere Bett­zei­ten sind noch kein Grund zur Sorge. So indi­vi­du­ell der Schlaf­be­darf, so verschie­den der Leidens­druck, wenn der Schlaf mal kürzer ausfällt. Manche Kinder und Jugend­li­che sind durch­aus in der Lage, einen leich­ten Schlaf­man­gel mit tiefe­rem Schlaf unter der Woche auszu­glei­chen. Genauer hinschauen und handeln sollten Sie, wenn Probleme auftau­chen und Ihre Kinder matt oder krank wirken.

Wenn Ihre Kinder pünkt­lich zum Schul­start wieder den Alltags­rhyth­mus verin­ner­licht haben sollen, stellen Sie das Rädchen am besten gegen Ende der Ferien allmäh­lich zurück. Das heisst: Wecken Sie Ihre Kinder während der letzten Feri­en­wo­che am Morgen, damit abends wieder früher Ruhe einkehrt. Beach­ten Sie aber, dass Studien zufolge viele Eltern den Schlaf­be­darf ihrer Kinder zu hoch einschät­zen. Schla­fen die Kleinen abends nicht ein, sind sie nämlich oft schlicht nicht müde. Es lohnt sich also, den Schlaf­be­darf der Kinder zu ermit­teln und die Bett­geh­zei­ten danach auszu­rich­ten. Bei Unsi­cher­hei­ten hilft ein 14-tägiges Schlaf­pro­to­koll. So lässt sich ermit­teln, wie viele Stunden Schlaf ein Kind wirk­lich braucht. Mehr Infor­ma­tio­nen zum Schlaf­pro­to­koll finden Sie unten in der Infobox.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie eine kusch­lige Weih­nachts­zeit und – je nachdem, wann Sie diesen Text lesen – einen frischen Start in den Morgen oder eine gute, erhol­same Nacht!

Ursina Ehren­sper­ger (Erzie­hungs­be­ra­te­rin) und das kjz-Team

Schlaf­pro­to­koll – analog oder digital

Wenn Sie ein Schlaf­pro­to­koll erstel­len möchten, können Sie ein solches im Kinder- und Jugend­hil­fe­zen­trum (kjz) in Ihrer Nähe bezie­hen oder eine Vorlage verwen­den – zum Beispiel die des Kinder­spi­tals Zürich.

Als digi­tale Alter­na­tive bietet sich die App «Schlaf­pro­to­koll 2.0» des Kinder­spi­tals Zürich an. Die App ist für Tablets opti­miert, kosten­pflich­tig und bei Google Play oder im App Store erhält­lich.

Haben Sie eine Frage?

Haben Sie eine Frage zur Erzie­hung, zum Zusam­men­le­ben in der aktu­el­len Situa­tion oder ganz allge­mein zum Fami­li­en­le­ben? Das kjz-Team beant­wor­tet regel­mäs­sig Fragen in der «kjz-Sprech­stunde».