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Kindern Corona erklären

Schweigen ist Gold? Nicht in Corona-Zeiten!

Veröffentlicht am von Jasmin Gygi, AJB

Quelle Video: Stadt Wien

Zugegeben: Es gibt einfacheres, als Kindern ein unsichtbares Virus zu erklären – oder die Ängste, die es auslöst. Wie gut, dass es Hilfsmittel gibt. Wir haben uns auf die Suche gemacht und einige für Sie zusammengestellt.

Die Schweiz ist seit Wochen im Ausnahmezustand: Schulen und alle Läden (ausser Lebensmittelläden und Apotheken) sind geschlossen. Viele Menschen arbeiten von zu Hause aus oder leisten Kurzarbeit. Die Situation ist für alle neu, überwältigend und chaotisch. All das kann verunsichern. Es kann zu Stress, Angst oder Traurigkeit führen – auch bei Kindern. Umso wichtiger ist es, mit ihnen weiterhin offen darüber zu sprechen. Erklären Sie Ihrem Kind die Situation leicht verständlich und kindgerecht. Seien Sie präsent und stehen Sie für alle Fragen Ihres Kindes zu Verfügung. Folgende Tipps können dabei helfen.

Hören Sie Ihrem Kind zu

Fragen Sie Ihr Kind, was es bereits über das Thema weiss und welche Gedanken, Gefühle und Fragen es dazu hat. Nehmen Sie die Sorgen und Ängste Ihres Kindes ernst und schenken Sie ihm Ihre volle Aufmerksamkeit. Am besten klappt dies in einer entspannten Atmosphäre, wie beispielsweise beim Malen, Spielen oder Spazieren (berücksichtigen Sie dabei die geltenden BAG-Verhaltens- und Hygieneregeln). Sagen Sie Ihrem Kind, dass es mit seinen Fragen und Sorgen immer zu Ihnen kommen kann – gerade auch mit schwierigen Themen.

Seien Sie ehrlich und erklären Sie

Kinder haben das Recht darauf, zu wissen was vor sich geht. Erklären Sie auf verständliche Weise, was gerade passiert – Filme, wie die unten aufgeführten sind eine tolle Unterstützung. Versuchen Sie, eine altersgerechte Sprache zu finden. Es ist nicht schlimm, wenn Sie nicht alle Fragen Ihres Kindes beantworten können. Geben Sie zu, wenn Sie etwas nicht wissen – und machen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind auf, um die Antworten herauszufinden. Das ist wertvolle Beziehungszeit und schweisst zusammen. Verlassen Sie sich dabei auf seriöse Websites von Fachleuten, wie beispielweise die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Seite des Bundesamtes für Gesundheit oder die Website des Kantons Zürich. Erklären Sie Ihrem Kind, dass nicht alle Informationen im Internet korrekt sind und man am besten den Fachleuten vertraut. Bei philosophischen Fragen können Sie auch ihr Kind fragen «Was denkst du dazu?» – und schon kann sich ein spannendes Gespräch entwickeln.

Schützen Sie Ihr Kind und zeigen Sie ihm, was es selber tun kann

Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es sich und andere vor dem Coronavirus schützt: 1) Regelmässiges Händewaschen mit Seife und warmem Wasser; 2) Niesen und Husten in die Ellenbogenbeuge, 3) Bescheid sagen, wenn man sich krank fühlt, 4) Abstand halten von Menschen ausserhalb der engen Familie, besonders von älteren Personen 5) Möglichst zu Hause bleiben. (Quelle: BAG, 27.03.2020)

Helfen Sie Ihrem Kind, seine Gefühle zu sortieren

Uns erreichen zurzeit viele negative Nachrichten und Bilder. Wir nehmen den Stress der Anderen wahr und fühlen uns selbst manchmal mit der Situation überfordert. Kinder spüren das und können nicht immer unterscheiden zwischen den Gefühlen der anderen, den Bildern im Bildschirm und der eigenen Realität oder den eigenen Gefühlen. Helfen Sie Ihrem Kind, seine Gefühle auszudrücken und damit umzugehen: Nehmen Sie sich Zeit für Ihr Kind, spielen Sie mit ihm, bieten Sie Raum für Entspannung, nehmen Sie es in den Arm. Ebenso hilft es, Routinen und eine Tagesstruktur beizubehalten. Zeigen Sie Verständnis dafür, dass es zurzeit auch mal langweilig ist. Und: Geben Sie dem Kind Hoffnung! Erzählen Sie, was aktuell unternommen wird, um das Virus zu stoppen und die Erkrankten zu behandeln.

Schauen Sie gut zu sich

Nur wenn es Ihnen gut geht, können Sie auch voll für Ihr Kind da sein. Schaffen Sie Erholungsinseln für sich selbst, holen Sie wenn nötig Hilfe und sprechen Sie mit Ihrer Familie über Ihre Gedanken und Gefühle. Seien Sie versöhnlich mit sich und Ihrer Familie – Ihre Vorbildfunktion als Eltern ist momentan anspruchsvoller denn je. Und: Gerade jetzt muss nicht alles perfekt sein.


Es gibt einige gute Videos, welche Kindern das Coronavirus einfach und kindgerecht erklären, z.B. die Videos der Stadt Wien.

Weitere Unterstützung zum Gespräch mit Kindern über Corona bietet die «Familienbande» mit Kinderarzt Dr. med. Sepp Holtz und seiner erwachsenen Tochter Noa in ihrer Podcast-Folge.

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