kjz-Sprechstunde

«Wie fördern wir schon früh die Geschwisterbeziehung?»

Mütter und Väter wissen am besten, was gut ist für ihr Kind. Doch ab und zu sind wir auch bei grösster Elternliebe froh um etwas professionelle Unterstützung. Bei allen Fragen rund um Familie und Erziehung weiss das Experten-Team unserer kjz-Sprechstunde Rat. Kompetent, anonym und unkompliziert. Was immer Sie bewegt – wir sind für Sie da!


Liebes kjz-Team
Sofia ist zweieinhalb Jahre alt. Kürzlich haben wir mit Ben unser zweites Kind bekommen. Meinem Mann und mir ist wichtig, dass unsere Kinder in einem respektvollen und wertschätzenden Umfeld aufwachsen. Dabei geht es uns nicht nur um die Beziehung zwischen uns Eltern und den Kindern, sondern auch um die Beziehung zwischen Sofia und Ben. Wie können wir die Geschwisterbeziehung früh fördern und stärken?

Familie R.

Liebe Familie R.

Eine gute Geschwisterbeziehung kann eine lebenslange Stütze sein. Wie jede Beziehung muss sie wachsen. Als Eltern können Sie günstige Bedingungen dafür schaffen.

Beziehen Sie die Geschwister im Alltag mit ein, wo immer es möglich ist und wo sie mitmachen wollen – z. B. beim Wickeln, beim Zukleben der Windeln, je nach Alter beim Anziehen oder Eincremen oder beim Vorsingen. Sie haben bestimmt noch viele weitere Ideen. Geschwister sollen das Baby mit Hilfe der Eltern auf dem Sofa, dem Bett oder am Boden auch halten und liebkosen dürfen. Sie sind einfühlsame Tröster, wenn wir ihnen Gelegenheit dazu geben. Greifen Sie nach Möglichkeit nicht sofort ein und beobachten Sie, wenn es nicht ganz so sanft gelingt. Das Baby gibt verständliche Zeichen, wenn es ihm zu viel wird, so kann das Geschwister diese Sprache mit Ihrer Hilfe verstehen lernen.

Die Geschwisterliebe ist ein Ping-Pong. Alle tragen etwas dazu bei. Die zunehmenden Reaktionen des Babys stärken und ermutigen das grössere Geschwister ebenso wie Sie als Eltern und wirken auch umgekehrt. Bei aller Liebe, etwas Eifersucht gehört stets zu einer Geschwisterbeziehung. Es ist für Ihre Tochter nicht einfach, mit ihren starken Gefühlen umzugehen, wenn sie dringend Ihre Hilfe oder Trost braucht und Sie gerade mit dem Baby beschäftigt sind. Sie helfen Ihrem älteren Kind, wenn Sie seine Gefühle benennen. So erkennt es, dass Sie es trotz dem Baby beachten. Vielleicht können Sie auch mal das Baby hinlegen, um Ihrer Tochter die Hilfe oder gewünschte Nähe zu geben, und dann zum Baby zurückzugehen. Oder können Sie das Baby miteinbeziehen? Geschwister vergleichen sich ständig und beneiden sich gegenseitig. Das ist normal. Als Eltern sollten Sie deshalb keine Vergleiche anstellen.

Sie kennen bestimmt das Sprichwort «Geschwister haben sich zum Streiten gern». Die Geschwisterbeziehung bietet ein wichtiges Lernfeld, um in einem vertrauten, sicheren Umfeld Streiten, Versöhnen, aber auch Teilen zu lernen. Das Temperament der Kinder beeinflusst die Geschwisterbeziehung mit.

Als Eltern legen Sie den Grundstein und unterstützen den Bau des Fundamentes.

Regina Steiner (Mütter- und Väterberaterin) und das kjz-Team

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Haben Sie eine Frage zur Erziehung, zum Zusammenleben in der aktuellen Situation oder ganz allgemein zum Familienleben? Das kjz-Team beantwortet regelmässig Fragen in der «kjz-Sprechstunde».