Zurück
Getrennt lebende Eltern

«Wir versuchen, wenn möglich unsere Ferien aneinander vorbei zu planen»

Veröffentlicht am von Oliver Fischer

13 Wochen Ferien. Was für Schulkinder das Grösste ist, kann für ihre Eltern grossen Stress bedeuten. Sie haben selbst viel weniger Ferien und irgendwie müssen Kinder ja betreut sein. Leben die Eltern auch noch getrennt, wird die Planung kaum einfacher. Wir haben mit einer Mutter in genau einer solchen Situation darüber gesprochen.

Ferienmanagement stellt für Familien, in denen beide Elternteile relativ viel arbeiten, eine grössere Herausforderung dar, zumal Schulkinder viel mehr Ferien haben als die Eltern. Leben die Eltern getrennt kann das die Situation ver- oder entschärfen, je nachdem wie das Verhältnis der Eltern ist.

Sandra* und ihr Ex-Partner sind seit rund zwei Jahren getrennt, der gemeinsame Sohn ist inzwischen neun Jahre alt. Während der Schulzeit lebt Simon* bei seiner Mutter, jedes zweite Wochenende verbringt er bei seinem Vater. Während der Ferien sieht das aber anders aus. Sowohl im Winter, wie im Sommer verbringt Simon* zwei bis drei Wochen vollständig bei seinem Vater. «Wir versuchen wenn möglich unsere Ferien aneinander vorbei zu planen. Es gibt zwar manchmal Wochen, bei denen wir uns überschneiden, aber das kommt selten vor», erzählt Sandra.

Aber auch wenn die beiden ihre Ferien fast vollständig aneinander vorbei nehmen können, bleiben weitere Wochen offen. «Pro Jahr brauchen wir zirka drei Wochen Unterstützung in den Ferien. Dafür können wir Grosseltern, Urgrosseltern oder den Hort einspannen», erklärt Sandra*, «damit können wir auch einmal kurzfristig etwas arrangieren.»

Damit das alles funktioniert, braucht es allerdings eine frühe, langfristige und möglichst zuverlässige Planung: «Die Anmeldefrist für den Ferienhort endet jeweils sehr früh aber dafür ist er nur im Sommer und an Weihnachten jeweils zwei Wochen geschlossen. Diese Wochen können wir gut im Voraus planen.» Wenn sich allerdings einmal kurzfristiger etwas an den eigenen Ferienplänen von Vater oder Mutter ändert, musste auch schon die Familie einspringen. «Zum Glück sind da die Urgrosseltern sehr flexibel und fit genug, so dass das klappte.»

Während der Corona-Zeit brauchte es ab und zu etwas Improvisation, weil Simon* immer zuhause war, Gross- und Urgrosseltern nicht einspringen konnten, und die Eltern weiterhin arbeiten mussten. «Da hatten wir das Glück, dass seit kurzem Verwandte in der Nähe wohnen, die ebenfalls ein schulpflichtiges Kind haben. Da konnten wir uns tageweise gegenseitig aushelfen.»

Die Situation von Sandra* ist stabil und sie kann sich auf verschiedene familiäre und ausserfamiliäre Hilfe stützen, um die Ferienwochen zu organisieren. Die Situationen von anderen, getrennt lebenden Eltern können sich davon allerdings stark unterscheiden.

*Namen geändert

Kategorien

Mehr zum Thema