Fragen zur Erziehung und Entwicklung Ihrer Kinder und zum Familienalltag? Die Fachleute unserer Kinder- und Jugendhilfezentren (kjz) beraten Sie gern.
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Wenn Kinder sich weigern, in die Schule zu gehen, kann dies sehr belastend sein und Sie als Eltern an Ihre Grenzen bringen. Wann spricht man von Schulabsentismus? Wie können Sie als Eltern Ihr Kind unterstützen? Und wo erhalten Sie Hilfe?
Schulabsentismus kurz erklärt
Schulabsentismus bezeichnet das häufige Fernbleiben vom Unterricht ohne (glaubhafte) Entschuldigung. Es kommt auf allen Schulstufen vor – vom Kindergarten bis zur Berufsbildung. Dabei lassen sich verschiedene Formen von Schulabsentismus unterscheiden:
- Schulverweigerung/Schwänzen: unentschuldigtes Fernbleiben ohne erkennbare Gründe
- Schulangst: Angst vor bestimmten Situationen in der Schule oder vor der Schule im Allgemeinen
- Schulphobie: Angst vor der Trennung von den Eltern oder von anderen Personen, die dem Kind wichtig sind
- Fernhalten von der Schule
Die Zeit, in der ein Kind nicht zur Schule geht, kann unterschiedlich lang sein. Es kann sich um Unterrichtsstunden, einen Tag, eine Woche oder auch einen Monat handeln. Wenn ein Kind innert sechs Wochen dreimal Absenzen hat, die nicht zusammenhängen, ist ein genaueres Nachfragen der Schule angezeigt. Denn:
Schulabsentismus ist eine Verletzung der Schulpflicht.
Die Folgen für ein Kind sind belastend und unterschiedlich. Es können sich zum Beispiel die Noten verschlechtern, das Kind kann sich isoliert fühlen, oder Probleme bei der Berufswahl haben.
Mögliche Gründe
Schulabsentismus ist oft ein Symptom für andere Probleme wie:
- Ängste (z. B. Prüfungsangst)
- Mobbing oder andere negative Erfahrungen an der Schule
- Stress, Überforderung oder Schwierigkeiten beim Lernen
- persönliche oder familiäre Probleme (z. B. durch Veränderungen)
- psychische Erkrankungen (z. B. Depressionen, AD(H)S, ASS)
Was Sie tun können
Seien Sie aufmerksam und reagieren Sie.
Wenn Ihr Kind öfters oder aus unklaren Gründen fehlt, ist dies ein Hilferuf. Warten Sie nicht lange ab, sonst können sich die Ängste verfestigen.
Sprechen Sie mit Ihrem Kind.
- Nehmen Sie die Sorgen Ihres Kindes ernst.
- Fragen Sie Ihr Kind ohne Druck, warum es nicht mehr zur Schule gehen möchte. Wenn Sie die Gründe kennen, lassen sich besser Lösungen finden.
- Bieten Sie Unterstützung an.
- Stärken Sie Ihr Kind. Vielleicht hilft ein Glücksbringer?
- Seien Sie geduldig und versuchen Sie immer wieder, Ihr Kind zu motivieren.
- Vermeiden Sie lange Diskussionen.
Suchen Sie die Zusammenarbeit mit der Schule.
- Kontaktieren Sie die Lehrperson, die Schulsozialarbeit oder die Schulleitung, wenn Sie etwas bemerken.
- Teilen Sie Ihre Beobachtungen.
- Besprechen Sie Ihre Sorgen.
- Fragen Sie nach, wie sich Ihr Kind im Unterricht verhält.
- Suchen Sie gemeinsam nach Lösungen.
- Arbeiten Sie mit den Lehrpersonen und anderen Fachpersonen (z. B. des schulpsychologischen Dienstes) zusammen. Das hilft Ihrem Kind.
Verschaffen Sie Ihrem Kind Struktur im Alltag.
- Ermutigen Sie Ihr Kind, den üblichen Alltagsablauf (Aufstehen, Morgenessen etc.) einzuhalten.
- Ein Krankheitstag sollte als solcher behandelt werden, nicht als Freizeittag.
Holen Sie Unterstützung.
Manchmal ist nicht klar, ob ein Kind krank ist. Kontaktieren Sie im Zweifelsfall den Kinderarzt oder die Kinderärztin.
Holen Sie sich Unterstützung von anderen Personen in Ihrem Umfeld. Zum Beispiel für das Abholen und Begleiten des Kindes in die Schule.
Das Thema ist belastend für alle. Vergessen Sie nicht, auch sich selbst gut Sorge zu tragen und Unterstützung anzunehmen.
Wo Sie Unterstützung finden
- Personen im Schulumfeld können helfen. Dazu gehören Lehrpersonen, die Schulsozialarbeit, der Schulpsychologische Dienst oder die Schulleitung.
- Die kantonale Anlaufstelle Mobile Intervention bei Jugendkrisen unterstützt Jugendliche ab 10 Jahren (z. B. durch ein Gespräch zwischen einer Fachperson, Ihrem Kind und Ihnen). Gemeinsam werden Lösungen und ein Weg aus der Situation gesucht. Die Beratung kann auch bei Ihnen zuhause stattfinden.
- Die Fachpersonen der Kinder- und Jugendhilfezentren (kjz) des Kantons Zürich beraten kostenlos und vertraulich bei Fragen zur Erziehung und zum Familienalltag, in schwierigen Situationen und bei Streit in der Familie.
- Die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich bietet eine Informationsveranstaltung und Beratungen zum Thema Schulabsentismus an.