Lehrstellensuche

Die wichtigsten Tipps für das Vorstellungsgespräch

Das Vorstel­lungs­ge­spräch ist ein wich­ti­ger Schritt bei der Lehr­stel­len­suche. Doch was müssen Jugend­li­che vor, während und nach dem Gespräch beach­ten? Und wie können Eltern und künst­li­che Intel­li­genz (KI) sie dabei unter­stüt­zen? Antwor­ten gibt es hier.

Der Weg zur Lehr­stelle führt fast immer über ein Vorstel­lungs­ge­spräch. Viel­leicht treffen Jugend­li­che dort auch zum ersten Mal ihre künf­ti­gen Vorge­setz­ten. Einen guten ersten Eindruck zu machen, ist daher entschei­dend. Das gelingt mit einer gründ­li­chen Vorbe­rei­tung.

Wir haben einige Anre­gun­gen für Schü­le­rin­nen und Schüler zusam­men­ge­stellt – und für Eltern, die sie unter­stüt­zen wollen. Bei all diesen Schrit­ten und allen anderen Fragen helfen natür­lich auch die Berufs­be­ra­te­rin­nen und Berufs­be­ra­ter in den biz weiter.

1. Infor­ma­tio­nen über den Lehr­be­trieb sammeln

Zunächst sollten Jugend­li­che im Inter­net die wich­tigs­ten Fakten zur Firma recher­chie­ren, bei der sie sich vorstel­len.

  • Was macht die Firma genau?
  • Welches sind ihre wich­tigs­ten Produkte oder Dienst­leis­tun­gen?
  • Worauf ist die Firma stolz?
  • Wie viele Mitar­bei­tende gibt es?

2. Die passen­den Kleider auswäh­len

Die Kleider sollten zum Unter­neh­men passen. Als Grund­satz gilt: keine Flip­flops, nicht bauch­frei, keine Spaghet­ti­trä­ger und keine zerris­se­nen oder flecki­gen Kleider. Wichtig ist aber auch, dass sich die Jugend­li­chen wohl fühlen.

3. Die Anreise planen

Wo liegt die Firma genau? Welchen Bus oder Zug muss ich nehmen? Wann muss ich aus dem Haus, um pünkt­lich zum Gespräch zu kommen? Auch das will gut geplant sein.

4. Die Unter­la­gen vorbe­rei­ten

Am besten alle Bewer­bungs­un­ter­la­gen mitneh­men: Lebens­lauf, Bewer­bungs­schrei­ben, Schul­zeug­nisse und das Resul­tat eines allfäl­li­gen Eignungs­tests. Dazu Block und Stift für Notizen. Die Unter­la­gen können auch digital mitge­bracht werden (z. B. auf dem Tablet), das macht gerade in IT-lasti­gen Bran­chen einen guten Eindruck. Akku laden nicht verges­sen! Ihre eigenen Fragen für das Treffen sollten Jugend­li­che im Voraus notie­ren, genauso die Namen ihrer Gesprächs­part­ne­rin­nen oder -partner. So geht nichts verges­sen.

5. Das Vorstel­lungs­ge­spräch vorbe­rei­ten

Was sind die wich­tigs­ten Fragen, die im Verlauf des Gesprächs auftau­chen könnten? Das sollten sich Jugend­li­che – even­tu­ell gemein­sam mit den Eltern – über­le­gen und ihre Antwor­ten aufschrei­ben.

Häufige Fragen im Vorstel­lungs­ge­spräch:

  • «Weshalb hast du dich für diesen Beruf entschie­den?»
  • «Was gefällt dir an diesem Beruf?»
  • «Was könnte dir weniger gut gefal­len?»
  • «Weshalb denkst du, dass du dich gut für diesen Beruf eignest?»
  • «Was sind deine Stärken und Schwä­chen?»
  • «Weshalb möch­test du bei dieser Firma arbei­ten?»

Weitere Fragen finden sich auf dem Berufs­wahl-Portal.

Das Gespräch üben:

Das Vorstel­lungs­ge­spräch können Eltern mit den Jugend­li­chen in einem Rollen­spiel üben. So zeigt sich, welche Antwor­ten sitzen und welche noch nicht. Zudem können die Eltern beob­ach­ten, ob sich die Jugend­li­chen in der Gesprächs­si­tua­tion ange­mes­sen verhal­ten (mehr dazu unten). Auch einige Schulen bieten solche Probe­ge­sprä­che an.

Span­nend kann es zudem sein, das Gespräch mit einer künst­li­chen Intel­li­genz (KI) zu simu­lie­ren. Die Text­ein­gabe könnte so ausse­hen:

«Ich bin Schüler in der 3. Sekun­dar­klasse und bewerbe mich auf die Lehr­stelle XY bei der Firma XYZ. Ich bin zum Vorstel­lungs­ge­spräch einge­la­den und möchte dafür üben. Kannst du in die Rolle des Perso­nal­ver­mitt­lers schlüp­fen und mit mir das Inter­view durch­füh­ren?»

Aber Achtung: Persön­li­che Angaben wie Name, Geburts­da­tum, Handy­num­mer etc. gehen die KI nichts an. Und immer daran denken: KI-Programme spucken manch­mal falsche Antwor­ten aus. Eltern sollten den Chat­ver­lauf darum noch­mals mit ihrem Sohn/ihrer Tochter durch­ge­hen.

6. Verhal­tens­tipps für das Gespräch

  • Bei Begrüs­sung und Verab­schie­dung das Gegen­über mit Namen anspre­chen (schon vorher aufschrei­ben).
  • Gerade sitzen und Augen­kon­takt halten.
  • Handy bleibt ausge­schal­tet und in der Tasche.
  • Natür­lich und ehrlich bleiben.
  • Mutig sein: Wer Fragen stellt, zeigt Inter­esse und dass er/sie mitdenkt. Aber: Das Gegen­über nicht unter­bre­chen.
  • Am Ende des Gesprächs: sich bedan­ken und abklä­ren, wie es im Bewer­bungs­pro­zess weiter­geht.

7. Nach dem Vorstel­lungs­ge­spräch

Wenn Jugend­li­che nach dem Termin eine kurze E-Mail an ihre Gesprächs­part­ne­rin­nen oder -partner schrei­ben, macht das einen guten Eindruck. Der Inhalt sollte folgende Punkte umfas­sen:

  • «Danke für das Gespräch»
  • «XY hat mir sehr gefal­len»
  • «Hat mich darin bestä­tigt, dass ich diese Ausbil­dung bei Ihrer Firma machen möchte»

In diesem Sinne: Viel Erfolg beim Vorstel­lungs­ge­spräch!

Andrea Gerber ist Berufs-, Studien- und Laufbahnberaterin im biz Urdorf.

Andrea Gerber

Andrea Gerber ist Berufs-, Studien- und Laufbahnberaterin im biz Urdorf. Daneben ist sie als selbstständige Laufbahnberaterin und Karriere-Coach tätig. Sie hat Betriebsökonomie studiert und bei diversen Unternehmen im Bereich Marketing/Kommunikation gearbeitet, ehe sie den Master of Advanced Studies in Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung erworben hat.