Von der Vorbereitung bis zum Versand

So gelingt ein überzeugendes Bewerbungsvideo

Jugend­li­che müssen (und wollen) bei der Lehr­stel­len­su­che vermehrt ein Bewer­bungs­vi­deo einrei­chen. Ein Video bietet die Chance, sich auf direkte Art zu präsen­tie­ren. Aber: Es gibt einiges zu beach­ten. Mit diesen Tipps lässt sich sicher­stel­len, dass das Ergeb­nis über­zeugt.

Die Vorbe­rei­tung

Das Erstel­len eines Bewer­bungs­vi­deos kann drei bis vier Stunden dauern. Eine gute Vorbe­rei­tung hilft dabei, den Aufwand für Dreh und Schnitt zu verrin­gern, und macht das Video zugleich über­zeu­gen­der. Die wich­tigs­ten Fragen, die Jugend­li­che im Voraus klären müssen, lauten:

  • Was will ich im Video sagen und zeigen?
  • Welche Elemente und/oder Über­ra­schun­gen soll das Video bereit­hal­ten?

Wie beim Bewer­bungs­schrei­ben ist es wichtig, die Stel­len­aus­schrei­bung genau zu lesen:

  • Wer wird gesucht?
  • Was wird verlangt?
  • Darauf im Video einge­hen.

Es hilft, mit Stich­wor­ten zu notie­ren, was man sagen will. Den Text aber nicht auswen­dig lernen, damit das Gesagte natür­lich wirkt. Zugleich gilt es zu über­le­gen, wie sich das Video in verschie­dene Szenen (Abschnitte) auftei­len lässt.

Mögli­cher Aufbau des Videos:

  • Vorstel­lung: Name, Alter, Wohnort, Klasse
  • Grund der Bewer­bung: Warum spricht mich die Firma und/oder der Beruf an?
  • Eigene Stärken, die zur Stel­len­aus­schrei­bung passen, erwäh­nen
  • Einen persön­li­chen Aspekt im Video zeigen (Hobbys wie z. B. Sport oder Musik)
  • Abschluss: Wunsch nach einem persön­li­chen Kennen­ler­nen äussern

Die Klei­dung

Klei­dung wählen, die zur Stel­len­aus­schrei­bung passt. Nicht zu viel Haut zeigen und nicht zu stark schmin­ken. Natür­lich­keit und Echt­heit sind Trumpf.

Die Ausrüs­tung

Für ein Bewer­bungs­vi­deo reicht die Handy­ka­mera. Wenn gerade niemand da ist, um beim Filmen zu helfen, kann man zum Beispiel mit einer leeren WC-Papier­rolle ein einfa­ches Stativ basteln: Links und rechts in die Rolle eine Einbuch­tung schnei­den und das Handy dort hinein­stel­len.

Bewerbungsvideo - DIY Handystativ
Mit einer WC-Papier­rolle lässt sich ein Stativ fürs Handy basteln. Quelle: AJB, Daniel Heusser

Die Umge­bung

  • Darauf achten, dass das Licht von vorne kommt
  • Nicht gegen eine Licht­quelle (beispiels­weise ein Fenster) filmen, weil das Gesicht dann abge­dun­kelt wird
  • Auf einen neutra­len Hinter­grund achten, um Ablen­kung zu vermei­den. Ideal ist z. B. eine weisse Wand

Das Drehen

  • Das Smart­phone quer halten, weil so der Bild­aus­schnitt grösser wird
  • Das Smart­phone auf Augen­höhe plat­zie­ren
  • In die Kame­ra­linse des Handys blicken (dort leuch­tet ein Punkt auf)
  • Die Aufnah­men an einem ruhigen Ort machen, damit das Gesagte gut hörbar ist

Der Umfang

Es kann sein, dass man die Szenen mehr­mals drehen muss, bis alles passt. Dabei gilt: Echt­heit kommt vor Perfek­tion. Es ist wich­ti­ger, dass die Szenen so natür­lich wie möglich wirken, als dass sie inhalt­lich perfekt sind. Es empfiehlt sich, nicht mehr als vier bis fünf verschie­dene Szenen aufzu­neh­men, damit der Aufwand über­schau­bar und bewäl­tig­bar bleibt. Das fertige Video sollte zwischen 90 Sekun­den und maximal 3 Minuten lang sein.

Der Schnitt

Das Video kann mit dem Handy geschnit­ten werden. Es gibt viele Apps dafür, etwa InShot oder Splice. Wie bei jedem Programm braucht es etwas Übung, bis die Bedie­nung sitzt. Viele Apps bieten die Möglich­keit, das Video mit Musik, Effek­ten und Schrift zu ergän­zen. Jugend­li­che sollten nur lizenz­freie Musik verwen­den, weil sonst eine Verlet­zung des Urhe­ber­rechts droht (etwa beim Hoch­la­den auf Youtube, siehe unten). Musik, die in einer App bereit­ge­stellt wird, ist unpro­ble­ma­tisch.

Das Video nicht mit Schrif­ten und Effek­ten zupflas­tern, um Ablen­kung zu vermei­den. Und darauf achten, dass das Gesagte gut verständ­lich bleibt, auch mit Musik. Das fertige Video als Datei expor­tie­ren.

Der Versand

Videos sind in der Regel zu gross für den Versand per E-Mail. Man kann das Video aber auf Platt­for­men wie Youtube oder Vimeo hoch­la­den und den Link mit der Bewer­bung verschi­cken. Achtung: Auf Youtube das Video in den Optio­nen unbe­dingt auf «unge­lis­tet» stellen. So kann es nur mit dem direk­ten Link ange­se­hen werden und ist nicht öffent­lich.

Als weitere Möglich­keit lässt sich das Video mit Dienst­leis­tun­gen wie Swiss­trans­fer verschi­cken, die auf grosse Dateien spezia­li­siert sind. Oder man lädt es in einem Cloud-Spei­cher (Google-Drive, Micro­soft OneDrive etc.) hoch und verschickt dann einen Frei­ga­be­l­ink.

Daniel Heusser ist Berufs-, Studien- und Laufbahnberater im biz Uster.

Daniel Heusser

Daniel Heusser ist Berufs-, Studien- und Laufbahnberater im biz Uster. Zuvor war er 15 Jahre als TV-Journalist und Redaktionsleiter bei SRF und anschliessend als selbstständiger Dokumentarfilmer tätig. Er absolvierte eine KV-Lehre mit Berufsmaturität und verfügt über zwei Master of Advanced Studies in Business Administration und in Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung.