Fragen zur Erziehung und Entwicklung Ihrer Kinder und zum Familienalltag? Die Fachleute unserer Kinder- und Jugendhilfezentren (kjz) beraten Sie gern.
Zum kjz-Beratungsangebot«Was tun, wenn der Vater meiner Tochter keinen Betreuungsplan ausarbeiten will?»
Mütter und Väter wissen am besten, was gut ist für ihr Kind. Doch ab und zu sind sie auch bei grösster Elternliebe froh um ein bisschen Unterstützung. Bei allen Fragen rund um Familie und Erziehung weiss das Fachteam unserer kjz-Sprechstunde Rat. Kompetent, anonym und unkompliziert. Was immer Sie bewegt – wir sind für Sie da!
Liebes kjz
Der Vater meiner Tochter (15) und ich sind getrennt, wir leben aber noch in der gemeinsamen Wohnung. Der Auszug eines Elternteils ist geplant, dauert aber noch etwas an. Geplant ist auch eine Mediation. Diese wird in ein paar Wochen stattfinden. Bis dahin wünsche ich einen Betreuungsplan, damit die Regelung der Zuständigkeit in der definierten Zeit (z. B. pro Woche) geklärt ist. Der Vater weigert sich, so etwas zu definieren. Was kann ich tun?
Liebe Mutter
Sie haben sich bereits einige Gedanken gemacht zu organisatorischen Fragen rund zu Ihrer Trennung. Dabei gilt es, unterschiedliche Aspekte zu berücksichtigen. Zum einen rechtliche – dazu werden sie in der Mediation mehr erfahren. Zum anderen innerpsychische. Die sind ein bisschen undeutlicher.
Sie äussern sich sehr deutlich: Sie wünschen einen Betreuungsplan, der Vater aber nicht. Dagegen wollen Sie etwas unternehmen. Es gibt zwei Seiten – genaugenommen sogar eine dritte und in unseren Augen besonders wichtige: Ihre Tochter. Da selbst einvernehmliche Trennungen emotional aufgeladen sind, ist es nahezu unmöglich, schnell einen Betreuungsplan zu definieren.
Was wünscht sich denn der Vater, wenn er keinen Betreuungsplan definieren möchte? Er hat vermutlich eine Idee, wie die Tochter betreut werden soll. Vielleicht lief es in seinen Augen bisher gut und er glaubt, es könne so weitergehen. Oder er denkt, es lasse sich alles spontan abmachen.
Was wünscht sich die Tochter, die mit 15 Jahren schon einen gewissen Selbständigkeitsgrad erlangt hat? Wünscht sie noch Betreuung? Und wenn ja, wie viel respektive wie wenig? Was sagt sie zur Trennung? Sie hat bestimmt einige Fragen, die zum jetzigen Zeitpunkt von Ihnen, den Eltern, nicht beantwortet werden können.
Bestimmt haben Sie einen Grund, weshalb Sie einen Betreuungsplan haben wollen. Vielleicht spüren Sie, dass Ihre Tochter mehr Begleitung braucht, weil ihr die Trennung zu schaffen macht. Oder im Gegenteil: Ihre Tochter sucht Freiräume (was in ihrem Alter mehr oder weniger normal wäre), Sie aber haben Angst, die Kontrolle zu verlieren. Oder aber es geht nur ums Wochenende.
Sie merken: Wir wissen wenig und fragen viel. Umso mehr lege ich Ihnen ein Gespräch im kjz in Ihrer Nähe ans Herz, wo wir diese und andere Fragen noch vor der Mediation angehen können – vielleicht sogar zusammen mit Ihrer Tochter.
Claude Ramme (Erziehungsberater) und das kjz-Team
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Haben Sie eine Frage zur Erziehung, zum Zusammenleben in der aktuellen Situation oder ganz allgemein zum Familienleben? Das kjz-Team beantwortet regelmässig Fragen in der «kjz-Sprechstunde».