kjz-Sprechstunde

«Als Mutter von zwei kleinen Kindern finde ich kaum noch Zeit für mich»

Mütter und Väter wissen am besten, was gut ist für ihr Kind. Doch ab und zu sind sie auch bei gröss­ter Eltern­liebe froh um ein biss­chen Unter­stüt­zung. Bei allen Fragen rund um Familie und Erzie­hung weiss das Fach­team unserer kjz-Sprech­stunde Rat. Kompe­tent, anonym und unkom­pli­ziert. Was immer Sie bewegt – wir sind für Sie da!


Liebes kjz
Ich bin Voll­zeit-Mama von zwei Söhnen (2½ und 2½ Mt.). Seitdem unsere Familie gewach­sen ist, fehlt mir die Zeit für mich. Nachdem ich heute Morgen fünfmal Windeln gewech­selt, dem Grossen Essen gemacht und den Kleinen gestillt hatte, wollte ich einfach nur fünf Minuten für mich. Da fing mein Grosser an, nach mir zu rufen. Leise zwar, aber es hat mich auf die Palme gebracht. Einfach nur fünf Minuten in Ruhe im Badzim­mer zu sein, scheint nahezu unmög­lich. Ich weiss nicht wohin mit meinen Gefüh­len. Es ist eine Mischung aus Trau­rig­keit, Verzweif­lung und Wut. Mein Mann versteht mich nicht. Meine Freun­din­nen haben entwe­der keine Kinder oder es geht ihnen nicht so wie mir. Auch mit meiner Mutter und Schwie­ger­mut­ter kann ich nicht reden. Ich fühle mich extrem allein damit …

Liebe Mama

Sie sind nicht allein. Der Alltag mit zwei kleinen Kindern ist viel­fach sehr anstren­gend und es gibt Momente, da bleibt einem als Mutter kaum Zeit, um zu verschnau­fen. Es ist deshalb verständ­lich, dass die stän­dige Verfüg­bar­keit, wenig Erho­lung im Alltag und das Unver­ständ­nis des sozia­len Umfel­des, in Ihnen sehr starke und wider­sprüch­li­che Gefühle auslö­sen.

Viel­leicht gibt es in ihrem Umfeld Entlas­tungs­mög­lich­kei­ten. Partner, Gross­el­tern, Gotti, Götti oder eine Freun­din, die Zeit mit den Kindern verbrin­gen kann. Häufig helfen schon kleine «Oasen», die in den Alltag einge­baut werden können, zum Beispiel ein Spazier­gang oder ein Coif­feur-Termin. Etwas, was Ihnen guttut und bei dem Sie sich entspan­nen können.

Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Partner. Es ist sehr wichtig, dass er Sie versteht. Ist es für Ihren Partner weiter­hin schwie­rig, Ihre Gefühle zu verste­hen, zögern Sie nicht, profes­sio­nelle Hilfe anzu­neh­men. Das Kompe­tenz­zen­trum für Paar­be­zie­hun­gen im Kanton Zürich leistet hier wert­volle Hilfe.

Weiter kann es helfen, sich mit Gleich­ge­sinn­ten auszu­tau­schen und zu erken­nen, dass andere Mütter und Väter mit ähnli­chen Gefüh­len kämpfen. Nutzen Sie zum Beispiel die Ange­bote der Mütter- und Väter­be­ra­te­rin­nen der kjz oder Ange­bote für Fami­lien mit kleinen Kindern, um andere Eltern kennen­zu­ler­nen.

Sollten Sie trotz­dem zuneh­mend leiden, ist es sinn­voll, dass Sie sich psycho­lo­gi­sche Unter­stüt­zung suchen. Die stän­dige Belas­tung und der hohe Druck, der mit der Rolle der Mutter verbun­den ist, kann zu körper­li­cher und geis­ti­ger Erschöp­fung führen. Es lohnt sich deshalb, möglichst früh Hilfe anzu­neh­men.

Patri­cia Zgrag­gen (Bera­te­rin frühe Kind­heit) und das kjz-Team

Haben Sie eine Frage?

Haben Sie eine Frage zur Erzie­hung, zum Zusam­men­le­ben in der aktu­el­len Situa­tion oder ganz allge­mein zum Fami­li­en­le­ben? Das kjz-Team beant­wor­tet regel­mäs­sig Fragen in der «kjz-Sprech­stunde».