kjz-Sprechstunde

«Braucht unser Sohn (11 Mte.) nachts noch einen Schoppen?»

Mütter und Väter wissen am besten, was gut ist für ihr Kind. Doch ab und zu sind sie auch bei gröss­ter Eltern­liebe froh um ein biss­chen Unter­stüt­zung. Bei allen Fragen rund um Familie und Erzie­hung weiss das Fach­team unserer kjz-Sprech­stunde Rat. Kompe­tent, anonym und unkom­pli­ziert. Was immer Sie bewegt – wir sind für Sie da!


Liebes kjz
Unser Sohn (11 Mte.) schläft manche Nächte sehr gut, manch­mal sogar durch. Dann gibt es wieder Nächte, in denen er zwei- bis dreimal wach wird. Jedes Mal braucht er einen Pre-Schop­pen, trinkt ihn aus und schläft sofort wieder ein. Ob nach drei oder acht Stunden Schlaf: Er scheint hungrig zu sein.
Ich bin unsi­cher: Ist es Hunger, Gewohn­heit oder das Bedürf­nis nach Gebor­gen­heit? Ist das in Ordnung oder sollten wir ihm den nächt­li­chen Schop­pen abge­wöh­nen? Gemäss meinen Infor­ma­tio­nen bräuchte er nachts keine Kalo­rien mehr. Er hat ja schon mehr­mals acht Stunden am Stück geschla­fen.
Er isst Beikost, aller­dings nicht immer gleich viel: manch­mal nur wenig, manch­mal viel. Manch­mal mag er tags­über nur Milch. Muss ich etwas ändern? Und sollen wir bei der Pre-Nahrung bleiben oder auf Kuhmilch umstei­gen?
Beru­hi­gen und der Nuggi helfen nicht. Auch Wasser als Ersatz haben wir schon erfolg­los auspro­biert.

Liebe Mutter

Ihr Sohn zeigt ein Schlaf­ver­hal­ten, das in diesem Alter gewöhn­lich ist. Dass er zeit­weise bereits acht Stunden am Stück schläft, zeigt, dass längere Schlaf­pha­sen grund­sätz­lich möglich sind. Gleich­zei­tig ist der Schlaf im ersten Lebens­jahr noch in Entwick­lung und kann phasen­weise wieder unru­hi­ger werden. Mögli­che Ursa­chen sind unter anderem das Zahnen oder Entwick­lungs­schritte. Auch die von Ihnen genann­ten Fakto­ren können damit zusam­men­hän­gen.

Den von Ihnen erwähn­ten «Komfort» würde ich eher als Bedürf­nis nach Nähe und Rück­ver­si­che­rung verste­hen. Viel­leicht haben Sie auch schon beob­ach­tet, dass Ihr Sohn bei neuen Fähig­kei­ten oder zuneh­men­der Selbst­stän­dig­keit vorüber­ge­hend wieder mehr Nähe sucht.

Sie beschrei­ben zudem, dass die Nahrungs­auf­nahme tags­über unter­schied­lich ist. Erfreu­lich ist, dass Ihr Sohn grund­sätz­lich gerne und teil­weise auch grös­sere Mengen isst. Die erwähn­ten Umstände können sich auch auf sein Essver­hal­ten auswir­ken. Das sollte Sie nicht beun­ru­hi­gen. Beob­ach­ten Sie, ob ein Zusam­men­hang zwischen der Nahrungs­auf­nahme am Tag und dem häufi­ge­ren Erwa­chen bezie­hungs­weise Trinken in der Nacht besteht.

Sie und Ihr Sohn haben momen­tan einen Weg gefun­den, wie er nachts rasch wieder zur Ruhe und in den Schlaf findet. Andere Möglich­kei­ten haben Sie bereits auspro­biert und diese haben bisher nicht funk­tio­niert. Es ist in Ordnung, ihm vorerst weiter­hin seine Pre-Milch anzu­bie­ten.

Versu­chen Sie, die heraus­for­dern­den Nächte möglichst gelas­sen anzu­neh­men. Dass Ihr Sohn nachts noch Unter­stüt­zung oder Nahrung benö­tigt, bedeu­tet nicht, dass Sie etwas falsch machen.

Kuhmilch kann ab dem zweiten Lebens­jahr als Getränk bezie­hungs­weise als Teil der norma­len Fami­li­en­kost ange­bo­ten werden. Milch­pro­dukte wie Joghurt oder Käse können eben­falls schritt­weise Bestand­teil der Ernäh­rung werden.

Ich empfehle Ihnen eine Bera­tung bei Ihrer Mütter- und Väter­be­ra­tung, um den weite­ren Aufbau der Beikost und den Über­gang vom Schop­pen zum Fami­li­en­tisch anzu­schauen.

Nadine Paun­o­vic (Mütter- und Väter­be­ra­te­rin) und das kjz-Team

Haben Sie eine Frage?

Haben Sie eine Frage zur Erzie­hung, zum Zusam­men­le­ben in der aktu­el­len Situa­tion oder ganz allge­mein zum Fami­li­en­le­ben? Das kjz-Team beant­wor­tet regel­mäs­sig Fragen in der «kjz-Sprech­stunde».