kjz-Sprechstunde

«Unsere Tochter (2 Mt.) lutscht ständig ihren Daumen und verweigert die Brust»

Mütter und Väter wissen am besten, was gut ist für ihr Kind. Doch ab und zu sind sie auch bei gröss­ter Eltern­liebe froh um ein biss­chen Unter­stüt­zung. Bei allen Fragen rund um Familie und Erzie­hung weiss das Fach­team unserer kjz-Sprech­stunde Rat. Kompe­tent, anonym und unkom­pli­ziert. Was immer Sie bewegt – wir sind für Sie da!


Liebes kjz
Unsere Tochter ist gut zwei Monate alt und hat ständig den Daumen im Mund. Seit wir ihr den Nuggi wegge­nom­men haben, hat sie sich das Daumen­lut­schen ange­wöhnt. Nun möchte sie jedoch nicht mehr an die Brust. Sobald ich sie anlegen will, schiebt sie ihre Finger in den Mund und drückt die Brust weg. Auch wenn wir ihre Hände wegzie­hen, verwei­gert sie die Brust und beginnt zu weinen. Sie sucht immer wieder nach dem Daumen – unab­hän­gig davon, ob sie Hunger hat oder nicht.

Liebe Familie

Vielen Dank für Ihre Anfrage.

Sie schil­dern Ihre Tochter als ein Baby, das ein hohes Saug­be­dürf­nis hat.

Das Saug­be­dürf­nis fällt von Säug­ling zu Säug­ling unter­schied­lich stark aus. Es ist ein wich­ti­ger Instinkt und gehört zur Entwick­lung. Neben der Nahrungs­auf­nahme dient das Saugen am Nuggi, am Daumen oder an den Händ­chen auch der Beru­hi­gung und Regu­la­tion.

Die Sorge, dass das Saugen am Nuggi zu einer Still­ver­wir­rung führen kann, beschäf­tigt nach der Geburt viele Eltern.

Wenn das Stillen gut einge­spielt ist und das Baby in den ersten Wochen ausrei­chend zuge­nom­men hat, kann ein Nuggi meist problem­los ange­bo­ten werden. Leider steht in Ihrem Text nicht, warum Sie Ihrem Kind den Nuggi nicht mehr geben möchten. Es gibt Kinder, die das Saugen am Daumen bevor­zu­gen oder den Daumen entde­cken, wenn sie den Nuggi nicht mehr bekom­men. Manche Kinder können beides gut bewerk­stel­li­gen. Häufig haben Eltern wenig Einfluss darauf, was ihr Kind bevor­zugt.

Die Hunger­zei­chen können von Kind zu Kind mehr oder weniger stark ausge­prägt sein. Auch können die Still­ab­stände in diesem Alter tags­über zwischen zwei bis vier Stunden vari­ie­ren.

Wenn Ihre Tochter auch nach vier Stunden trotz Hunger­zei­chen die Brust verwei­gert und weder eine andere Still­po­si­tion noch eine ruhige Atmo­sphäre helfen, sollten Sie sich ans kjz in Ihrer Nähe oder an eine Still­be­ra­tung wenden. Die Mütter- und Väter­be­ra­te­rin­nen der kjz unter­stüt­zen direkt beim Stillen und in Still­fra­gen. Auch geben sie eine Beur­tei­lung der Gewichts­zu­nahme eines Babys ab.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Tochter, bald wieder­keh­rende entspannte Still­mo­mente.

Nadine Lampar­ter (Mütter- und Väter­be­ra­te­rin) und das kjz-Team

Haben Sie eine Frage?

Haben Sie eine Frage zur Erzie­hung, zum Zusam­men­le­ben in der aktu­el­len Situa­tion oder ganz allge­mein zum Fami­li­en­le­ben? Das kjz-Team beant­wor­tet regel­mäs­sig Fragen in der «kjz-Sprech­stunde».