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Start in den Kindergarten

Der grosse Tag kann kommen

Veröffentlicht am von Gabriela Leuthard, AJB

Bald ist es soweit. Ihr Kind kommt in den Kindergarten. Es ist ein grosser Schritt, der mit verschiedenen Gefühlen verbunden sein kann – sowohl bei Ihnen als auch bei Ihrem Kind.

Für Kinder und Eltern ist die Spannung meist gross. Manche Mädchen und Knaben fiebern dem ersten Tag freudig und neugierig entgegen. Andere plagen vielleicht Ängste und mögen sich so gar nicht freuen. Eltern mit älteren Kindern haben gewiss schon Übung mit diesem Übertritt. Doch falls Ihr Erstgeborenes in den Kindergarten kommt, fragen Sie sich wahrscheinlich, wie Sie Ihr Kind beim Start in den Kindergarten unterstützen können.

Allgemeingültige Rezepte werden wir Ihnen nicht geben können, denn jedes Kind ist anders und hat andere Bedürfnisse. Ein paar Hinweise haben wir aber für Sie gesammelt. Denn eines ist bei allen Kindern ähnlich: Ihr Kind hat in den nächsten Wochen wahrscheinlich ein grösseres Bedürfnis nach Sicherheit, Orientierung, Zeit und achtsamer Unterstützung als sonst.

Unterstützung ab heute
(vielleicht ist davon vieles bereits getan)

  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die neue Situation. Wie heisst die Kindergartenlehrperson? Wie heissen die anderen Kinder? In welcher Kindergartengruppe ist Ihr Kind? Lassen Sie auch Ihr Kind zu Wort kommen. Es weiss sicher einiges darüber zu erzählen, was es bereits alles gehört und erfahren hat.
  • Organisieren Sie zusammen mit Ihrem Kind das für den Kindergarten nötige Material. Die Kindergartentasche, die Hausschuhe, das Znüniböxli usw. Legen Sie alles an einen Ort, wo es Ihr Kind sehen kann. Ausprobieren und damit Spielen ist natürlich ausdrücklich erlaubt.
  • Kennt ihr Kind den Weg zum Kindergarten? Gehen Sie den Weg gemeinsam und verweilen Sie dort. Erkunden Sie zusammen die Umgebung, den Pausenplatz usw.
    Beim nächsten Spaziergang zum Kindergarten übernimmt Ihr Kind die Führung und zeigt Ihnen den Weg. Sie unterstützen Ihr Kind bei schwierigen Verkehrssituationen oder wenn Ihr Kind nicht mehr weiter weiss. Beim Wiederholen dieser Spaziergänge gewinnt Ihr Kind Sicherheit.
  • Sie können mit Ihrem Kind auch eine «Generalprobe» machen: Üben Sie den Morgen, wie er im neuen Alltag üblich sein wird. Wecken Sie Ihr Kind früh genug (z.B. zwischen sieben und halb acht Uhr), damit genug Zeit fürs Bereitmachen bleibt. Essen Sie zusammen Frühstück, lassen Sie Ihr Kind sich selbstständig anziehen und machen Sie sich auf den Weg.
  • Hat Ihr Kind Mühe, rechtzeitig aufzustehen, weil es bisher länger schlafen konnte? Ändern Sie vor dem Kindergarten die Schlafenszeiten. Dies kann einige Tage dauern. Wecken Sie Ihr Kind jeden Morgen etwas früher und bringen Sie es jeden Abend etwas früher zu Bett. So wird es bis zum Kindergarten-Start um die nötige Zeit ausgeschlafen aufwachen können.

Unterstützung am ersten Kindergarten-Tag

  • Entnehmen Sie aus den Informationen der Schule, wie der erste Kindergartentag ablaufen wird. In diesem Schuljahr kann der Tag aufgrund der Corona-Pandemie allenfalls etwas anders organisiert sein als in den Jahren zuvor. Besprechen Sie mit ihrem Kind ein paar Tage im Voraus, wann Sie sich voneinander verabschieden und wann und wo Sie es wieder abholen.
  • Manche Kinder haben zu Beginn des Kindergartens noch Mühe, sich von der Mutter oder dem Vater zu trennen. Auch wenn es Ihnen schwer fällt und Sie sehen, dass es für Ihr Kind schwierig ist: Versuchen Sie ruhig und zuversichtlich zu bleiben. Verabschieden Sie sich kurz, aber liebevoll von Ihrem Kind. Ihr Kind schafft das. Und die Kindergartenlehrperson wird Ihr Kind dabei unterstützen.
  • Seien Sie wieder pünktlich beim Treffpunkt, um Ihr Kind rechtzeitig abzuholen. Für Ihr Kind ist das Einhalten solcher Abmachungen wichtig.

Unterstützung in den ersten Kindergarten-Wochen

  • Was macht wohl Ihr Kind den ganzen Vormittag im Kindergarten? Bei manchen Kindern sprudeln die Erlebnisse nach der Heimkehr nur so heraus. Andere sind eher ruhig und behalten das Erlebte lieber für sich. Zeigen Sie Ihrem Kind Ihr Interesse, aber respektieren Sie, wenn es nicht viel erzählen mag.
  • Viele Kinder sind müde und erschöpft von den vielen neuen Eindrücken und Menschen. Manche sind dann einfach etwas ruhiger, andere reagieren vielleicht unwilliger, mürrischer oder aufgedrehter als sonst. Geben Sie Ihrem Kind deshalb Zeit, sich auszuruhen. Schenken Sie ihm unverplante Momente, um frei zu spielen und etwas für sich zu machen. Bleiben Sie dabei mit Ihrem Kind in Kontakt. So werden Sie spüren, was Ihr Kind gerade braucht.

Der grosse Tag kann kommen! Wir wünschen Ihnen und Ihrem Kind einen guten Start in den Kindergarten mit vielen schönen und spannenden Momenten.

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